Mit dem schlicht betitelten Werk „5“ bewiesen Megaherz im Jahr 2005 eindrucksvoll, dass ihr musikalisches Konzept zeitlos und wandlungsfähig ist. Das fünfte Studioalbum markiert einen der wichtigsten Meilensteine in der Bandgeschichte, da es den Sound der Gruppe in eine modernere, fast schon experimentelle Richtung lenkte. Das Megaherz Album 5 brach mit den starren Strukturen der klassischen Neuen Deutschen Härte und öffnete sich Einflüssen aus dem Alternative Metal und modernen Industrial-Rock, was der Band eine völlig neue Dynamik verlieh.
Im Zentrum dieses Albums steht die kraftvolle und extrem variable Stimme von Mathias Elsholz. Sein Gesangsstil ermöglichte es der Band, songschreiberisch neue Wege zu gehen. Während Tracks wie „Dein Herz schlägt“ durch ihre rohe Gewalt und aggressive Rhythmik bestechen, zeigt das emotionale Highlight „Augenblick“, dass Megaherz auch in der Lage sind, tiefgreifende Melodien mit einer intensiven, fast schon zerbrechlichen Atmosphäre zu paaren. Diese Kontraste machen das Album zu einem abwechslungsreichen Hörerlebnis, das auch nach mehrmaligem Durchlaufen immer neue Details offenbart.
Die Produktion auf „5“ ist druckvoll und setzt die Gitarrenarbeit besonders prägnant in Szene. Die Riffs sind sägend und modern, während die elektronischen Samples subtiler, aber atmosphärisch dichter eingewebt wurden als auf früheren Veröffentlichungen. Inhaltlich bleibt sich die Band treu: Die Texte sind direkt, ungeschönt und beschäftigen sich oft mit der menschlichen Psyche, sozialen Zwängen und dem Ausbruch aus dem Alltag. Für Fans der Band stellt dieses Album einen mutigen und absolut gelungenen Schritt nach vorne dar. Es ist ein Werk, das die Spielfreude einer Band zeigt, die bereit ist, sich selbst herauszufordern und ihre Identität in einem sich wandelnden musikalischen Umfeld zu festigen.
